Ein unsortierter Gedanke zum Outsourcing…

Manchmal lohnt es sich in der LH-Lounge auch fernzusehen und nicht nur Häppchengrabschern auszuweichen. n-tv meldet, dass die Lufthansa einen Teil des neuen 1,5 Mill. Sparziels durch den Einsatz von “fremden Bordpersonal” erreichen will.

Entschlossenen Widerstand haben die Gewerkschaften gegen Pläne der Lufthansa angekündigt, künftig die Kabinenmannschaften von anderen Firmen kostengünstiger auszuleihen und kein eigenes Personal mehr einzusetzen. Pilotprojekt ist dabei der Verkehr vom neuen Hauptstadtflughafen in Berlin.”

Ob sich die Meldung bestätigt oder nicht, in jedem Fall ist sie ein Beispiel die Zunahme von flexiblen Arbeitsverhältnissen und Outsourcing. Ersteres wird nicht nur von Unternehmensseite gefördert, sondern aufgrund des demographischen und Werte-Wandels (“blended lifestyles“) auch von Mitarbeiterseite verstärkt nachgefragt werden.

Wie kann das in Einklang gebracht werden mit der Notwendigkeit, sich als Dienstleister emotional vom Wettbewerb zu differenzieren und vor allem mit der zunehmenden Wichtigkeit von Individualität und Authentizität im (Employer) Branding? Hinweis: ich habe noch keine abschliessende Antwort auf diese Frage, nehme aber gerne Vorschläge an🙂

Wenn Unternehmen kundennahe Aufgaben durch unternehmensfremde Mitarbeiter wahrnehmen lassen, mag es sicher möglich sein, den gewünschten Servicelevel aufrecht zu erhalten. Aber wenn es um die intrinsisch-authentische Repräsentation der Marke geht, sehe ich hier grosse Defizite. Gerade im o.a. Beispiel sind die Flugbegleiter (mit und ohne Binnen-I) ein wichtiger Teil des Produkterlebnisses. Ganz besonders stellt sich diese Herausforderung aber auch bei Tätigkeiten, in denen es nicht um eine produktbezogene Dienstleistung geht sondern das angebotene Produkt der Arbeitgeber ist. Bei jedem RPO, der auch die direkte Kandidateninteraktion beinhaltet, bleibt es ein Thema, wie denn ein unternehmensfremder Recruiter (mit und ohne Binnen-I) dem Kandidaten (mit und ohne…) das Unternehmen authentisch darstellen kann. Auch deshalb ist ein Trend zur teilweisen Repatriierung der Recruitingfunktion zu beobachten.

Das “Organigramm” der amerikanischen Handelskette Nordstrom (die auch sonst ein paar sehenswerte HR Tools nutzt) zeigt sehr plakativ die Wichtigkeit der betrieblichen Funktionen in einem Dienstleistungsunternehmen – sicher auch übertragbar auf Servicefunktionen innerhalb von Unternehmen. Wenn man das ein wenig wirken lässt, stellt sich die Frage der Fremdvergabe unter ganz anderen Gesichtspunkten…

  1. #1 by talentim on 16.02.2012 - 15:03

    Update: Richter erlauben Einsatz von Leih-Stewardessen http://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/0,2828,815594,00.html

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